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Schwer, sehr schwer.

Mein Auftreten dürfte jeden Ritter beeindrucken. Ich trage eine Rüstung, Pech schwarz. Jedes Scharnier ist dreifach gesichert, jede Kante meiner Rüstung mit Spitzen und scharfen Kanten versehen. Mein Gesicht unter einem schweren Helm versteckt, durch das Gitter vor den Augen sehe ich die Welt klar umrissen, während niemand meine Augenfarbe erraten kann. Ein Visier schützt vor splittern und der flammende Federbusch auf meinem Helm sieht beim reiten aus wie ein Flammenkranz, der meinen Kopf umrahmt.

In der einen Hand halte ich einen schwarzen Schild, groß und schwer, der mich vor Schwerthieben schützt. In meiner anderen Hand eine Lanze, mit der ich meine Feinde auf Distanz halte. Und ich bin geschickt im Umgang damit... Wenn mir doch einmal jemand zu nahe kommen sollte, so habe ich an meinem Gürtel ein Schwert, seine Scheide ist blutverschmiert und ein jeder, der mich sieht, erkennt auch die rote Spur getrockneten Blutes an meiner Rüstung. Es ist verrückt. Niemand kommt mir zu nahe. Überall wo ich auftauche sorgt meine Erscheinung für Respekt und Abstand. Mein Pferd bringt mich schnell weg, wenn es mir zu gefährlich wird...

Ich fürchte mich vor mir selbst... Dieser schreckliche Panzer ist nur ein Sinnbild für mein Seelenzustand. Denn so praktisch ist diese Rüstung nicht. Die Platten auf der Brust wiegen schwer und machen das Atmen zu einer Qual. Wenn ich weine, sieht niemand meine Tränen durch das schmale Visier. Die Wunden unter dem Panzer heilen schlecht und ich bin viel zu schwach, um dieses Gewicht noch weiter zu tragen. Falle ich vom meinem hohen Ross, so muss ich mir alleine aufhelfen. Alle die mir zu nahe kommen, schneiden sich an den scharfen Ecken, die ich mir zugelegt habe. Das Schwert schreckt Reisende ab, die sich mit mir unterhalten wollen und so reise ich alleine durch die Lande.

Ich denke, das Bild trifft es perfekt. In der letzten Zeit benehme ich mich zusehends wie ein Arschloch. Ich versuche mich immer wieder gegenüber anderen zu beweisen, ohne zu wissen, warum. Ich verletze Menschen, die mir Gutes tun wollen, sie versuchen mir aufzuhelfen, doch mit ungestümen Bewegungen verletze ich sie. Ich lasse niemanden an mich heran und das macht einsam.

Ich warte auf jemanden, der mir hilft diese schwere Rüstung abzunehmen. Doch diese Angst, verletzt zu werden ist einfach so groß. Es war jemand, der mir sehr nahe stand, der mir diesen Todesstoß versetzt hat. Jemand, den ich immer für einen treuen Begleiter gehalten habe, jemand, dem ich bedingungslos vertraut habe, hat mir den Stich in den Rücken verpasst. In einem Moment, als ich nicht damit rechnete. Seine Waffen hießen Lüge, Betrug und Verrat. Lange habe ich schwach am Boden gelegen. Die Rüstung, die ich mir zugelegt habe stützt mich wie ein Skelett. Auch wenn ich im Inneren durchhänge, so sieht niemand meine Schwäche.


Ich glaube, dass ich immer wieder Menschen enttäusche ist das Schmerzlichste für mich. Ich weiß nicht warum ich das tue, nur dass sich viele nicht lange mit mir abgeben. Dabei ist das, was ich im Moment bin, nicht ich. Ich bin kein schlechter Mensch, aber ich benehme mich wie einer. Dabei ist alles was ich will, einfach mal weinen...

6.11.06 18:40
 


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